Inklusion geht uns alle an. Aber was genau bedeutet der Begriff? Auf der Aktion Mensch Seite habe ich eine gute Erklärung gefunden:

Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört. Egal wie du aussiehst, welche Sprache du sprichst oder ob du eine Behinderung hast. Jeder kann mitmachen. Zum Beispiel: Kinder mit und ohne Behinderung lernen zusammen in der Schule. Wenn jeder Mensch überall dabei sein kann, am Arbeitsplatz, beim Wohnen oder in der Freizeit: Das ist Inklusion.

Um Inklusion umzusetzen, ist es notwendig, dass wir Dinge barrierefrei machen. Das bedeutet, dass mögliche Hindernisse beim Zugriff auf diese Dinge abgebaut werden. Damit jeder diese Dinge nutzen kann – sei es eine Webseite, öffentliche Transportmittel oder Zutritt zu öffentlichen Gebäuden.

Damit spielt Barrierefreiheit auch im Bereich E-Learning eine immer größere Rolle. Es ist wichtig, dass wir  mit der Art und Weise, wie wir Wissen bereitstellen, niemanden benachteiligen.

Wer ist denn Zielgruppe für barrierefreie/inklusive Inhalte?

Ganz klassisch denken die meisten in dem Fall von digitalen Lerninhalten an Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung. Inhalte sollten also bspw. gut von Screenreadern verarbeitet werden können, sehr kontrastreich sein oder neben einer Audio- auch eine Textausgabe bereitstellen. Genauso ist es wichtig darauf zu achten, welche Farben verwendet werden, damit Menschen mit Farbblindheit auch die Chance haben bspw. Diagramme oder andere Bildschirmausgaben gut zu erkennen und vor allem zu unterscheiden.

Ein vielleicht noch wenig benutzter Begriff sollte den Lernanbietern aber auch bekannt sein, wenn es um Barrierefreiheit geht:

Neurodiversität

Diversität kennen die meisten. Dabei steht als Ziel, Menschen egal welchen Hintergrundes einzubeziehen – egal welchen Geschlechts, welcher Religionszugehörigkeit, ethnischer Herkunft, Kultur, Alter, usw.. Vielfalt steht hier im Mittelpunkt, denn wir sind alle verschieden und bilden doch eine Gemeinschaft.  Neurodiversität wird dabei häufig vergessen. Neurodiversität  – also neurologische Diversität – bedeutet, dass das Gehirn Informationen anders aufnimmt und verarbeitet. Menschen mit AD(H)S, Dyskalkulie, Legasthenie oder Autismus zählen bspw. zu der Gruppe der neurodiversen Menschen. Diese Gruppe  verarbeitet (sensorischen) Input anders als die sogenannten neurotypischen Menschen. Wichtig ist es für diese Personengruppe, dass z.B. keine laute Hintergrundmusik vom eigentlichen Inhalt ablenkt, komplizierte Begriffe leicht verständlich erklärt werden oder dass keine Redewendungen verwendet werden, die ggf. bildlich verstanden werden können.

Bei der Erstellung von digitalen Lerninhalten gilt es also auch für diese Menschen Hilfen einzubauen. Was das sein kann, habe ich hier einmal exemplarisch zusammengestellt:

  • Keine grellen Farben verwenden – kein schnelles Flackern von Bildeffekten
  • Keine plötzlichen oder überlauten Toneffekte – die Tonspur sollte gleichmäßig ausgepegelt sein und Sprecher immer gut akustisch verständlich
  • Textausgabe des Sprechertextes ein- und ausblendbar machen
  • Kontrastreichen Text verwenden – die Lesbarkeit sollte auch mit etwas Abstand vom Bildschirm gegeben sein
  • Textgröße – lieber weniger Text und etwas größer pro Seite anzeigen
  • Farbauswahl barrierefrei gestalten – lässt sich schnell überprüfen, indem man den Bildschirm auf Grautöne stellt und sich den digitalen Lerninhalt in grau anschaut
  • Bild und Ton sollten inhaltlich immer zusammenpassen und synchron sein. Zu frühe, späte oder unpassende Einblendungen lenken vom eigentlichen Lerninhalt ab
  • Möglichst keine/wenig (bildliche) Redewendungen, Sarkasmus oder Ironie verwenden
  • Der digitale Lerninhalt sollte möglichst pausierbar sein und später neugestartet werden können

 

Es kann natürlich keinen Lerninhalt geben, der hundertprozentig perfekt für alle Zielgruppen ist. Jedoch lohnt es sich zu prüfen, welche Punkte sich mit relativ überschaubarem Aufwand einbinden lassen. So stellen wir sicher, dass unsere Lerninhalte auch von einer sehr diversen Zielgruppe genutzt werden können.